Schlitten – ob Holzschlitten, Klappschlitten, Hörnerschlitten oder Davoser - ein Winter Must Have mit Tradition

Wer heute mit seinem Nachwuchs mehr oder weniger steile Berge hinunterschlittert, vergisst oft schnell, dass es sich beim Holzschlitten bzw. Hörnerschlitten um ein „Winteraccessoire“ mit einer langen Geschichte handelt.

Mittlerweile wurde das Prinzip der Schlitten natürlich optimiert und der Nutzerkomfort verbessert. Den klassischen Holzschlitten stehen heute fast schon „Hightech-Modelle“ gegenüber, die unter anderem durch eine leichte Lenkung und einen bequemen Sitz überzeugen.

Holzschlitten und Hörnerschlitten und ihre individuellen Einsatzbereiche

Es wäre falsch, anzunehmen, der Schlitten würde lediglich als Freizeitequipment verwendet. Denn: seine besonderen Eigenschaften machen ihn auch zu einem idealen Partner, wenn es darum geht, schwere Lasten durch den Schnee zu transportieren. Auch in der Tundra werden Schlitten dazu genutzt, Waren von A nach B zu fahren.

In Europa hat jedoch vor allem die Industrialisierung dafür gesorgt, dass die großen Schlitten nach und nach durch Maschinen bzw. Züge und Lastwagen ersetzt wurden. Wer hier dennoch auf die Nutzung von Schlitten setzen möchte, muss gegebenenfalls noch auf weitere Hilfen zurückgreifen. Dies gilt natürlich vor allem dann, wenn bergauf transportiert werden soll. Hier wurden die verschiedenen Schlitten dann meist so konstruiert, dass ohne Probleme ein Pferd vorgespannt werden kann.

Zusammengefasst: Heutzutage kommen Holzschlitten bzw. Hörnerschlitten vorzugsweise dann zum Einsatz, wenn der erste Schnee Kinder und Familien nach draußen treibt. Dennoch kommen die winterlichen Accessoires unter anderem auch im Rahmen von…:

  • Transportarbeiten
  • sportlichen Aktivitäten
  • landschaftlichen Tätigkeiten

zum Einsatz.

Wie unterscheiden sich die einzelnen Schlittentypen voneinander?

Wer sich mit der großen Anzahl an Holzschlitten bzw. Hörnerschlitten befasst, erkennt schnell, dass es hier keine standardisierten Modelle gibt. Vielmehr wurden die einzelnen Modelle im Laufe der Jahre noch besser an ihre jeweiligen Einsatzbereiche angepasst. Im Detail bedeutet dies, dass Holzschlitten bzw. Hörnerschlitten mit denen gerodelt werden kann, vergleichsweise klein sind. Dies bietet dem Nutzer die idealen Bedingungen, um sich beispielsweise in die Kurven zu legen und von einem geringen Eigengewicht zu profitieren.

Die Anforderungen, die jedoch beispielsweise mit Pferdeschlitten verbunden werden, sind höher bzw. anders. Denn: Holzschlitten bzw. Hörnerschlitten, vor die Pferde gespannt werden können, müssen dazu in der Lage sein, mehrere Personen und Lasten zu ziehen. Ein hohes Maß an Stabilität ist damit hier Grundvoraussetzung.

Ein Blick zurück: wie sahen die ersten Schlitten aus?

Zeichnungen zufolge wurden die ersten schlittenartigen Gerätschaften in Uruk schon in der Zeit zwischen 3.500 und 3.370 vor Christus verwendet.

Das Design der damaligen Modelle unterscheidet sich selbstverständlich deutlich von modernen Holzschlitten bzw. Hörnerschlitten. Viele Wissenschaftler sind der Meinung, dass die damaligen Vorgänger der heutigen Schlitten dazu verwendet wurden, auf Baustellen zu arbeiten bzw. das jeweils benötigte Material von A nach B zu transportieren.

Der „Schlitten-Boom“ im Mittelalter

Der Weg zum modernen Holzschlitten bzw. Hörnerschlitten war jedoch noch lang. Besonders zum Ende des Mittelalters hin kann jedoch hierbei von einem regelrechten „Boom“ der Schlitten gesprochen werden. Vor allem im 17. Jahrhundert war das Fortbewegungsmittel bzw. das winterliche Freizeitaccessoire besonders beliebt in Europa.

Noch einen Schritt weiter gingen lediglich die Menschen in den Alpenländern. Denn: im 18. Jahrhundert gehörte es quasi zum „guten Ton“ mindestens einen Schlitten im Haushalt zu haben.

Viele Modelle und viele Einsatzmöglichkeiten

Spätestens seit der Zeit des Mittelalters hatten es die Vorgänger der heutigen Holzschlitten bzw. Hörnerschlitten geschafft, den Sprung vom landwirtschaftlich genutzten Gerät zum Freizeitaccessoire zu schaffen.

Je nachdem, ob ein Schlitten hierbei dazu genutzt werden sollte, um möglichst schnell (und sportlich) eine bestimmte Strecke zurückzulegen oder ob es um die gemütliche Kutschfahrt für Verliebte ging, wurden auch die Feinheiten der verschiedenen Modelle weiter ausgearbeitet. Eine besonders beliebte Form der Holzschlitten stellten hierbei die sogenannten Stuhlschlitten dar. Auf diesen konnte eine Person Platz nehmen und sich von einer anderen Person schieben lassen. Hierbei handelte es sich um den perfekten Beweis dafür, dass ein Schlitten nicht zwangsläufig Schnee brauchte, um funktionieren zu können. Denn: die beliebten Stuhlschlitten, die vor allem in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts beliebt waren, wurden oft auf fest zugefrorenen Seen verwendet.

Der Hörnerschlitten – nutzerfreundlich und traditionsreich

Der Hörnerschlitten stellt insofern eine gewisse Zäsur dar, da es sich hierbei um ein Modell handelt, welches sich unter anderem sehr stark auf den gebotenen Nutzerkomfort fokussiert. Die Bezeichnung „Hörnerschlitten“ verdankt dieses Modell den Kufen, mit deren Hilfe schnell die Richtung geändert werden kann.

Profis unterstützen die entsprechende Steuerung jedoch auch noch mit ihren Füßen und stellen unter anderem sicher, dass auch enge Kurven präzise genommen werden können. Modernere Hörnerschlitten warten zudem mit seitlichen Bremsen bzw. Bremsbeschlägen auf. Damit diese jedoch funktionieren können, braucht es einen Untergrund aus hartem bis mittelhartem Schnee.

Aufgrund des hohen Nutzerkomforts und der praktischen Lenkung wurden Hörnerschlitten im Laufe der Zeit auch in besonders großen Varianten gebaut. Um das entsprechende Gewicht dann beherrschen zu können, setzten viele Menschen schon früh auf zwei Fahrer bzw. einen Fahrer und einen Brems-Verantwortlichen.

Einfache Schlitten – bis heute beliebt

Wer sich in der heutigen Zeit für einen einfachen, kostengünstigen Holzschlitten bzw. Hörnerschlitten interessiert, wird in der Regel mit den „Nachfahren“ der Peekschlitten konfrontiert. Auch wenn es hier zum Ende des 19. Jahrhunderts üblich war, diese Modelle im Stehen zu fahren, erinnern sie schon stark an die heutigen Basismodelle.

Als besonders charakteristisch bzw. bemerkenswert gilt hierbei, dass diese Art der einfachen Holzschlitten zu den Modellen gehört, die vergleichsweise spät erfunden wurden. Dennoch hat es die einfache Variante geschafft, sich bis heute -wenn auch in den Grundzügen leicht abgeändert- durchzusetzen.

Besonders im touristischen Betrieb sind es auch immer wieder die Holzschlitten bzw. Hörnerschlitten im oldschool-Look, die sich einer ungebrochenen Beliebtheit erfreuen. Romantische Schlittenfahrten durch den Schnee machen eben mit großen, ausladenden Kufen und einer warmen Decke um die Beine noch ein klein wenig mehr Spaß.

Holzschlitten, Hörnerschlitten und ein Blick in die Zukunft

Wer sich mit der Vielzahl an modernen Schlittenmodellen befasst, erkennt schnell, dass die Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert selbstverständlich nicht stehengeblieben ist.

Eine kleine Revolution stellt in diesem Zusammenhang unter anderem auch die Erfindung des Bob dar. Auch wenn es sich hierbei keineswegs um einen klassischen Holzschlitten oder Hörnerschlitten handelt, beweisen die verschiedenen Bobmodelle, dass der Schlitten durchaus als Basis für weiteres Wintersportequipment genutzt werden kann.

Zudem setzen viele Schlittenhersteller heutzutage auch nicht mehr zwangsläufig auf Holz als Material. So wurden zum Beginn der 2000er Jahre auch aufblasbare Schlitten, sogenannte Airboards, populär. Diese passen super in den Koffer und lassen sich entsprechend einfach in den Winterurlaub mitnehmen.

Wenn Papi mit dem Sohne (Zeit verbringt und Schlitten fährt)

Holzschlitten und Hörnerschlitten sind ein perfekter Beweis dafür, dass es nicht viel braucht, um Zeit mit der Familie zu verbringen, sich sportlich zu betätigen und die Natur zu genießen. Aufgrund des besonders stabilen Materials und der hochwertigen Verarbeitung, die mit hochwertigen Holzschlitten einhergeht, werden viele Modelle über Generationen weitergegeben.

Dementsprechend versteht es sich von selbst, weswegen Papa (oder Mama) irgendwann beschließt, dem Nachwuchs das Rodeln beizubringen. Ein besonderer Vorteil: auch auf kleineren Modellen finden oft gleich zwei Leute Platz!

Wer hier noch ein wenig komfortabler unterwegs sein möchte, kann sich unter anderem für einen Holzschlitten mit einer kleinen Rückenlehne entscheiden. Somit steht einem gemeinschaftlichen Familienvergnügen nichts mehr in Wege!